Jedes Jahr findet bei uns an der Schule an Rosenmontag eine Blutspende- und Typisierungsaktion statt. Dabei haben Schüler:innen sowie Lehrkräfte die Möglichkeit, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen.
Letztes Jahr hatten wir ein ganz besonderes Glück: Einer unserer Schüler; Nils Hermann, wurde tatsächlich als passender Spender ausgewählt und konnte einem erkrankten Menschen Hoffnung auf Heilung schenken. Im Folgenden berichtet er von seinen Erfahrungen:
Erfahrungsbericht zur Stammzellspende
Angemeldet habe ich mich letztes Jahr an unserer Schule beim Blutspendetag. Zuerst war das für mich nur eine gute Sache, die man eben mitmacht, ohne wirklich damit zu rechnen, jemals angerufen zu werden. Umso überraschender war es, als ich im November tatsächlich einen Anruf bekam: Man teilte mir mit, dass ich möglicherweise zu einer erkrankten Person passen könnte und fragte mich, ob ich grundsätzlich bereit wäre zu spenden. Nach kurzem Überlegen war für mich klar, dass ich das machen möchte.
Daraufhin musste ich zunächst einen ausführlichen Fragebogen ausfüllen, ähnlich wie bei einer normalen Blutspende, nur genauer. Im Dezember wurde mir dann Blut abgenommen und eingeschickt, damit überprüft werden konnte, ob ich wirklich als Spender infrage komme. Diese Zeit war spannend, weil ich wusste, dass irgendwo ein Mensch auf genau diese Nachricht wartet.
Im Januar meldete sich die Organisation erneut und vereinbarte mit mir einen Termin zur Voruntersuchung in Ratingen. Dort wurde ich gründlich untersucht: Es wurde noch einmal Blut abgenommen, ein EKG gemacht und meine Milz per Ultraschall gemessen. So sollte sichergestellt werden, dass die Spende für mich ungefährlich ist.
Da alle Ergebnisse in Ordnung waren, bekam ich die Medikamente (Spritzen) zur Stammzell-Mobilisierung (G-CSF) erklärt und direkt mit nach Hause. Vier Tage vor der Spende begann ich, sie mir selbst zu spritzen. Die Spritzen sorgen dafür, dass vermehrt Stammzellen ins Blut gelangen. Dabei können Nebenwirkungen wie Rücken- und Kopfschmerzen auftreten — das habe ich auch gemerkt. Es war teilweise unangenehm und hat sich ein bisschen wie Muskelkater im ganzen Körper angefühlt, aber insgesamt gut auszuhalten.
Am 16.02. bin ich wieder nach Ratingen gefahren und habe dort im Hotel übernachtet, weil die Spende früh am nächsten Morgen stattfand. Die eigentliche Spende lief dann so ab: In einen Arm bekommt man eine Nadel zur Blutabnahme, in den anderen einen Zugang, über den das Blut zurückgeführt wird. Das Blut läuft durch eine Maschine, die die Stammzellen herausfiltert, während der Rest des Blutes wieder in den Körper zurückfließt. Währenddessen konnte ich liegen, Musik hören oder einfach warten. Insgesamt hat das etwa fünf Stunden gedauert.
Nach der Spende bekamen wir Spender etwas zu essen und warteten auf das Ergebnis der Stammzellzählung. Erst danach stand fest, ob die Menge ausreicht oder ob ich am nächsten Tag noch einmal hätte spenden müssen. Bei mir war die Anzahl glücklicherweise hoch genug, sodass ich anschließend nach Hause fahren konnte.
In vier Wochen werde ich noch einmal Blut für eine Nachuntersuchung einschicken. Insgesamt war es eine besondere Erfahrung — vor allem, weil man weiß, dass man mit relativ wenig Aufwand möglicherweise einem Menschen das Leben retten kann.
Nils Hermann, Q1
Wir danken dir herzlich für deinen Mut, deine Hilfsbereitschaft und dein Engagement. Du hast mit deiner Spende vielleicht sogar ein Leben gerettet und bist ein großartiges Vorbild für unsere gesamte Schulgemeinschaft.
