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Aufgrund unserer Postkartenaktion zur UN-Klimakonferenz in Paris luden die Organisatoren von KlimaKunstSchule 5 Schülerinnen des Kurses ein, an einem 3-tägigen KlimaAtelier in Dresden teilzunehmen. Laura Quinke, Luisa Andreoli, Katharina Sting, Albina Alija und Meike Schlabach durften an diesem besonderen Angebot teilnehmen. Sie berichten:

Am ersten Tag wurden wir im World Trade Center in Dresden ganz herzlich von dem Organisationsteam empfangen und durch mehrere Kennenlernspiele zusammengebracht. Alle waren total offen und es war leicht mit jedem ins Gespräch zu kommen. Im Anschluss gab es sehr gutes vegetarisches und veganes Essen, was für viele gut zu ertragen war, nur für Meike nicht. Meike hatte sich Mettwürstchen mitgebracht.

Am nächsten Morgen frühstückten wir um sieben und direkt danach stiegen wir in den Bus ein, um uns auf den Weg zum Braunkohletagebau in die Niederlausitz zu machen. Kurz vorher bekamen wir eine kleine Tasche mit einem Notizblock und Bleistiften, einer Lupe, einem Messband, Tüten und einer kleinen schwarzen Dose, die wir jedoch erst öffnen durften, nachdem wir angekommen waren. Die Tasche teilte uns gleichzeitig mit einem farbigen Punkt in Gruppen ein, neben deren Mitgliedern wir im Bus saßen und am nächsten Tag zusammenarbeiteten.
Die Busfahrt zum Tagebau dauerte etwa eineinhalb Stunden. Zu Neil Youngs Soundtrack zu Dead Man zeichneten wir und gestalteten den Bus mit Hilfe von transparenten Folien zu einer fahrenden Mindmap um. Wir wurden ausführlich über die Umgebung des Tagebaus und den Braunkohleabbau informiert und konnten uns mit unseren neu kennengelernten Sitznachbarn unterhalten. Das Erste, was wir empfanden, als wir unser Ziel erreicht hatten, war die überwältigende Größe des Tagebaus. In der Weite sah man kaum ein Fleckchen Grün, sondern nur eine "Mondlandschaft" in Braun und Beige.

Diese erstaunliche Größe faszinierte vollkommen, dass wirklich Menschen dies geschaffen haben, erscheint unmöglich. Jedoch war es zugleich auch schockierend, da alleine aufgrund dieses Tagebaus drei Dörfer mit allen Erinnerungen, Friedhöfen und Häusern abgerissen werden mussten. Nun durften wir das schwarze Döschen aufmachen, in dem ein Zettel mit Aufgaben war: In unser Notizbuch unsere ersten Eindrücke schreiben, durch die Lupe ein Foto schießen oder aus der Sicht einer Ratte zu fotografieren, obwohl man sich auch so schon wie eine kleine Ratte fühlte.

Wir wurden in einem speziellen Fahrzeug zu verschiedenen Stellen im Tagebau gefahren und während dieser Zeit von einem Mitarbeiter reichlich informiert. Der Tagebau hatte auch schöne Bilder zu zeigen, zum Beispiel die roten Streifen an den Abhängen, die durch das eisenhaltige, hinunterfließende Wasser entstanden, oder die tiefen Abhänge, die Dünen in einer Wüste glichen. Aber Achtung, dieser Anblick ist nichts für Leute mit Höhenangst ;).

Nachdem wir eine Zeit dort verbracht hatten, fuhren wir los, um Mittag zu essen. Danach begannen wir einen Workshop, bei dem wir unsere Gedanken, Sammlungen von uralten Kohle- oder Holzstücken und unsere Fotos zeigten und besprachen. Dies waren die Vorbereitungen für den nächsten Tag.

Anschließend fuhren wir in die Jugendherberge, um uns für eine Kunstausstellung im Kunsthaus Dresden frisch zu machen. Es gab drei Ausstellungen: „Mittendrin“ – eine Ausstellung des mobilen Landschaftsateliers mit Arbeiten von Schülern zum Thema Klima, „IB“ - die Diplomausstellung der Dresden International School und „Sharing as Caring“ – Resonanzräume aus Fukushima. Die Ausstellung war nicht groß, aber dafür sehr interessant. Einige Bilder hingen dort aus, die auch gerne von den jeweiligen Künstlern erklärt wurden. Sie teilten ihre Gedanken, ihre Ziele und ihre Inspirationen mit. Insgesamt war dieser Tag zwar sehr anstrengend, jedoch ermöglichte er uns schöne Erlebnisse, die man definitiv nicht so schnell wieder vergessen wird.

Am Freitag haben wir uns alle wieder im Kunsthaus Dresden getroffen und gemeinsam unsere Ideen vom Vortag in die Realität umgesetzt. Wir gestalteten mit Unterstützung der Künstlerinnen Susanne Keichel und Stefanie Busch eigene Plakate, indem wir verschiedene selbstgestaltete Dinge vor einem Fotohintergrund aufhängten und dann abfotografierten. Als wir nach gar nicht so langer Zeit damit fertig waren, haben wir sie bei einer Präsentation im Kunsthaus vorgestellt. Schlussendlich sind wir dann zum Bahnhof gebracht worden und traten den Heimweg an. Es waren sehr tolle Erfahrungen, die wir sammeln durften und konnten. Sehr erschöpft, aber auch glücklich darüber, was wir erlebt hatten und was für Menschen wir kennengelernt hatten, kamen wir gegen 22.00 Uhr in Siegen an.

Meike, Laura, Luisa, Albina und Kathi, Klimakunstschule auf Facebook

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