Wie ist es, jemandem zu begegnen, der den Holocaust am eigenen Leibe erfahren hat? Wir, der Pädagogik Grundkurs der Q2, durften an der Geschichte der 80-jährigen Michaela Vidláková, welche aus Prag stammt, teilhaben.
Nachdem wir uns im Unterricht mit der Erziehung und dem Aufwachsen während des Nationalsozialismus beschäftigt hatten, fuhren wir am Abend des 24.01.2017 im Rahmen einer Exkursion nach Burbach-Holzhausen, um dort zahlreiche persönliche Einblicke einer Zeitzeugin aus der Zeit vor, während und nach ihrer Zeit im KZ Theresienstadt zu erhalten. Frau Vidláková erinnerte sich an ihre Eltern, ihre Freunde und vor allem an ihren besten Freund, Artur Radvansky, welcher sie zunächst zu seinen Informationsveranstaltungen wie dieser mitnahm. Nach seinem Tod beschloss sie, solche Veranstaltungen weiterzuführen. Besonders die Bilder, die sie während ihrer Präsentation zeigte, aber auch die Eindrücke über das Leben eines jüdischen Kindes in Theresienstadt, ließen den Raum in eine Stille fallen. Immer wieder ging sie darauf ein, dass die heutige Generation keine Schuld an dem was passiert ist, trage. Sie appellierte außerdem an die Jugend, sich verpflichtet zu fühlen, sich für eine bessere Zukunft einzusetzen und solche Zeiten nicht mehr aufkommen zu lassen. Am Ende ihres Vortrags stellte sich die Frage: Wie kann ein Mensch, der so viel Leid miterlebt hat, heute so positiv gegenüber anderen Menschen – vor allem den Deutschen – sein und diese mit „liebe Freunde“ ansprechen? Ja, manchmal erleben Menschen Leid, das unerträglich scheint. Doch anstatt daran zu zerbrechen, wachsen sie an ihrem Schmerz und setzen sich für eine bessere Zukunft ein.
Diese Botschaft wird uns wohl allen im Gedächtnis bleiben und helfen, uns daran zu erinnern, dass jeder die Chance hat, die Welt zu verbessern.

Bereits 2011 hatten Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, einem Vortrag von Fr. Vidláková beizuwohnen. Ein Bericht darüber ist hier zu finden.

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