Das Ziel des Austausches mit dem Christelijk Lyceum Delft war das Kennenlernen des reichen kulturellen Erbes der Region Delft/Den Haag /Rotterdam und der Anstrengungen des Landes im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Vergleich zu Deutschland.

Die gemeinsam gesprochene Sprache war Englisch, auch in den Gastfamilien, sodass die SuS ihr Sprachkenntnisse sowohl täglich anwenden als auch verbessern konnten.

Nach der Ankunft am Montagnachmittag in Delft wurden wir am Bahnhof abgeholt und zur Schule begleitet, dort ergaben sich während eines Imbisses erste Kontakte unter den SuS, auch mit Hilfe lockerer Kennenlernspiele. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen in der Schule wurde das weitere Wochenprogramm besprochen. 

Am Dienstagmorgen fanden sich die SuS mit ihren Partnern per Fahrrad in der Schule ein und wurden nach der Begrüßung durch den Schulleiter von den Deutschlehrern in einer deutsch-niederländischen Schulstunde mit einem Quiz zu den Niederlanden befragt. Zudem erhielten sie eine kurze Beschreibung der Bedeutung des Fahrradverkehrs in den Niederlanden. 

Praktische Erfahrungen mit der auf das Fahrrad ausgerichteten Infrastruktur bekamen die SuS dann erstmals bei der Durchquerung der Innenstadt, um zur Porzellanmanufaktur Royal Delft zu gelangen. Dort wurde in der Ausstellung, wie auch in der Anschauung der Arbeitsschritte in der Manufaktur, die alte Delfter Kulturtechnik der Porzellanherstellung und -bemalung erlebbar. Diese besondere Art der Bemalung verblasst auch nach mehreren hundert Jahren nicht.

Anschließend hatten die SuS die Gelegenheit, die historische Delfter Innenstadt mit Hilfe eines Outdoor-Escape-Spiels zu erkunden, dies geschah in gemischten Gruppen.

Wieder in der Schule angelangt, wurde ein Workshop durchgeführt, bei dem die SuS selbst Kacheln mit Delfter Blau bemalen durften. Die Förderung der Kreativität in verschiedenen künstlerischen Bereichen wird an dieser Schule großgeschrieben. Es gibt spezielle Unterrichtsfächer wie 3D-Arts, Drawing, Painting und technisches Design (Research & Design). Dafür stehen besondere Räume und Werkstätten zur Verfügung.

Abends wurde in gemischten Gruppen eine Indoor-Boulehalle besucht, was allen großen Spaß machte und das Miteinander noch einmal intensivierte. 

Am Mittwoch besuchten die SuS die regulären Unterrichtsstunden der Austauschpartner/-innen. Dann fuhren alle mit dem Zug nach Den Haag, wo ein Besuch des Museums Escher in het Palais‘ anstand. Eine Führung durch das Museum des Künstlers M.C. Escher in den Haag mit anschließendem Workshop thematisierte die Technik des Holzschnittes und die Bedeutung der Mathematik für Eschers Werke. Die SuS vertieften im Workshop ihr im Unterricht erlangtes Wissen zu Escher und dem inhaltlichen Schwerpunkt der Metamorphose. Sie erprobten erstmals die Technik der Rotation und Parkettierung nach den entsprechenden Werken Eschers. Im interaktiven Teil des Museums konnten anschließend noch verschiedene Wahrnehmungstäuschungen selbst anschaulich erlebt werden, was zu viel Gelächter und Erstaunen führte. 

Mit der elektrisch betriebenen Tram wurde anschließend der Strand von Scheveningen besucht. Hier stand Team-Building im Mittelpunkt. Die SuS fördern spielerisch ihre Sprachkompetenzen im gemeinsamen Workshop des Powerkitens, dabei werden

Kompetenzen im Bereich der Koordination und Konzentration gestärkt.

Am Donnerstag besuchte die Gruppe die Technische Universität Delft (TU Delft) und erhielt dort während einer Führung durch das „Green Village“ interessante Einblicke in Forschung und Entwicklung neuer Strategien in den Bereichen Nachhaltigkeit und Ressourcen-schonender Fortbewegung. Hier wird anhand eigens errichteter Gebäude und Gärten die praktische Anwendung neuester Entwicklungen des nachhaltigen Bauens sowie des Landschafts- und Naturschutzes gezeigt. Das Green Village ist ein Areal der Universität, auf dem Methoden zur Nachhaltigkeit und Co2-Vermeidung praktisch angewendet werden.

So ist etwa das Center des Green Village ein Gebäude aus Glas, in dem sich die Temperatur selbstständig regelt. Dabei werden Radiatoren verwendet, in denen ein nachhaltiges Material für den Wärme- und Kälteausgleich sorgt (konstante Temperaturen im Innenraum). Die verwendeten Glaselemente sind mit einer transluzenten Metallschicht versehen, welche die Sonneneinstrahlung vermindert.

Zudem werden in diesem Bereich nachhaltige Projekte für die Infrastruktur erprobt, in denen selbstfahrende Autos und die damit einhergehenden Gefahren getestet werden. Dabei wird auch die Nutzung von Elektroautos als Energiespeicher erprobt (Park Carports). Des Weiteren werden neuartige Hausboote gebaut, die neue Wohn- und Bürogebäude auf dem Wasser ermöglichen.

All diese Anstrengungen für den Klimaschutz beeindruckten die SuS sehr.

Ein letzter Besuch in der Schule schloss sich an und die SuS waren angehalten, im Technik-und Designbereich der Schule ein 3D-Puzzle zu gestalten, welches sich mit Ereignissen und Erfahrungen während des Austausches beschäftigen sollte. Hierfür wurden die SuS in Paaren mit ihrem Austauschpartner/-innen eingeteilt. Die SuS konnten unbekannte Techniken einsetzen, wie z.B. Laser-Cut, arbeiten mit der Software„Illustration“, elektrische Sägen, Plotter und Drucker. Die zur Verfügung gestellten Materialien erhält die Schule z.T. von kooperierenden Firmen, die der Schule ausgemusterte oder übriggebliebene Materialien übergeben. So entstand ein Großteil der entstandenen Puzzleteile als Upcycling-Produkte.

Am Freitag ging es dann per Bahn nach Rotterdam. Hier standen Kultur und Architektur der Gegenwart auf dem Programm. Nach einem Spaziergang entlang des Kunstweges am Innenstadt-Kanal und der Überquerung der Erasmus(!)-Brücke, gelangte die Gruppe ins „Depot Booijmans“. Dort lagern in einem eigens errichteten Bau die Bestände des momentan in der Renovierung befindlichen Museums Booijmans. Den SuS wurde vor Ort die Bedeutung der Pflege und der Erhaltung des nationalen, kulturellen Erbes der Niederlande nahegebracht. Ein eigenes Gebäude zur restauratorisch und konservatorisch korrekten Aufbewahrung von Kunstwerken war neu für die SuS. Auch dieses Gebäude steht wieder ganz unter dem Gedanken der Nachhaltigkeit: Tageslicht im Inneren (durch ein gläsernes Treppenhaus), Regenwasser-Spülung in den Toiletten und eine begrünte Dachterrasse sind nur einige Beispiele. 

Abends endete der Austausch dann mit einem gemeinsamen Pizzaessen im historischen Bahnhofsgebäude der Stadt Delft.