Jüdische Familien im Siegerland.

Bericht über eine Exkursion im Rahmen des Projektes

„Nationalsozialismus – Ausgrenzung - Minderheiten“

 

Die Klasse 10b führte am Mittwoch, dem 10.03.2010 eine Exkursion zum jüdischen Friedhof in Hilchenbach und zum Aktiven Museum Südwestfalen in Siegen durch.

 

 

Um 9 Uhr morgens trafen wir uns gut gelaunt vor dem Hilchenbacher Rathaus. Neben den Schülern hatten sich auch Frau Dr. Müller und Frau Pruss eingefunden. Nachdem alle eingetroffen waren, wir uns noch eine Runde unterhalten und den Ausflug im Groben besprochen hatten, liefen wir zusammen in Richtung jüdischer Friedhof. Auf dem Hinweg wies uns Frau Dr. Müller auf das Haus in der Gerbergasse 2 hin, in dem die kleine jüdische Gemeinde früher ihren Betsaal hatte.

Am Friedhof angekommen, hielten einige Schülerinnen und Schüler Referate zu den Themen Begräbnisrituale der Juden (Birte und Kerstin), der Anlage und der Geschichte des jüdischen Friedhofes (Maike und Lara) und zu den Juden, die zur Nazi-Zeit in Hilchenbach lebten (Mario und Tobias). Danach sahen wir uns noch ein wenig auf dem Friedhof um und entdeckten Steine auf den Gräbern, die von dem Besuch von Angehörigen der Toten zeugen. Nachdem wir den kleinen Friedhof erkundet hatten, machten wir uns nach einer Dreiviertelstunde auf zum Hilchenbacher Bahnhof, um nach Siegen zu fahren.

 

Als wir am Siegener Bahnhof angekommen waren, erzählte uns Daniel etwas über die unauffällige Tafel an einem der Stahl-Pfeiler, welche an die Deportation von Siegener Juden von diesem  Bahnhof aus erinnert. Dann machten wir uns auf zum Aktiven Museum Südwestfalen. Nach einem kurzen Fußmarsch erreichten wir den alten Luftschutzbunker unter dem Oberen Schloss, in dem sich das Museum befindet. Wir wurden bereits von unserer Museumsführerin Frau Wahlers erwartet. Sie gab uns erst eine ausführliche Einführung mit kleinen Geschichten und Begebenheiten über und aus der Zeit des sogenannten Dritten Reiches und der Deportation der Juden. Wir erfuhren von der Zerstörung der jüdischen Synagoge in Siegen, hörten von den Schicksalen einiger  Siegener Juden und konnten einen Blick auf Daten und Fakten werfen. Dann hatten wir Gelegenheit, uns in der kleinen, aber feinen Ausstellung umzusehen.

Nach einiger Zeit, in der wir uns auch erstaunliche Dinge wie das „Reichsschach“ ansehen konnten, trafen wir uns an einem Modell von dem KZ Auschwitz. Frau Wahlers erklärte uns Aufbau und Systematik des Lagers und ließ uns Gelegenheit, selbst Fragen zu stellen. Nach diesem informativen Abschluss machten wir uns auf den Heimweg.

 

Besonderer Dank gilt unseren Lehrerinnen, Frau Dr. Müller und Frau Pruss, die das Ganze organisiert und im Unterricht vorbereitet hatten, und schließlich Frau Wahlers, die uns sehr gut durch das Museum und die Zeit der Judenverfolgung führte. Es war interessant zu sehen, dass das alles nicht nur irgendwann irgendwo mal passiert ist, sondern auch bei uns sein hässliches Gesicht gezeigt und viele Menschen das Leben gekostet hat.

 

Tobias Ferlings

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