Gymnasium Stift Keppel

Wie digital ist deine Schule? Wie digital ist dein Leben? Stimmt der Eindruck, dass alle immer nur reden und eigentlich noch gar nichts passiert? Antworten auf diese Fragen suchten eine Woche lang 16 Schülerinnen und Schüler des Mintcamps bei Exkursionen im Kreis Siegen-Wittgenstein. Das Mintcamp wurde auch diesmal wieder vom Verein zur Förderung begabter Kinder und Jugendlicher Südwestfalen e.V. organisiert. Gewohnt haben die „Mintcamper“ in den Räumen von Tagungshaus und Gymnasium Stift Keppel in Hilchenbach.

Seit 2011 organisiert der Verein jedes Jahr ein Mintcamp für Jugendliche der Jahrgangsstufen 9 und 10. Sie kommen von Gymnasien aus Südwestfalen und haben besonderes Interesse im mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Auch diesmal wieder wurde das Camp durch die IHK Siegen- Wittgenstein gefördert. Wie schon im Jahr 2018 stand auch bei diesem Mintcamp das Thema „Digitalisierung – Industrie 4.0, Big Data“ im Mittelpunkt.

Exkursionen, ein eigenes IT-Projekt sowie Fachvorträge bildeten das knapp einwöchige Programm der Schülerinnen und Schüler. Besucht wurden die Institutionen und Unternehmen Conze (Siegen), datasec (Siegen), Bildungszentrum Wittgenstein (Bad Berleburg), Gemeindeverwaltung Erndtebrück, Bürowelt Hees (Siegen) sowie Innogy Westnetz (Siegen).

Dabei erlebten die jungen Leute Digitalisierung in ganz unterschiedlicher Ausprägung: Vom IT-Unternehmen wie Conze, das sich unter anderem auf die Programmierung von Medizin-Software spezialisiert hat, oder bei Hees die digitale Verknüpfung von Bürosystemen über den ganzen Globus. Bei der Gemeinde Erndtebrück erläuterte Bürgermeister Henning Gronau den digitalen Weg, den die Gemeinde eingeschlagen hat und im Bildungszentrum Wittgenstein, der überbetrieblichen Aus- und Weiterbildungsstätte in Bad Berleburg, erlebten die Gäste wie moderne Maschinen programmiert und in der Industrieproduktion eingesetzt werden. Bei dem Unternehmen datasec hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, kleine Roboter zu programmieren (Bildungsprogramm lego league) und beim Innogy-Westnetz wurden Sicherheitstrainings und Katastropheneinsätze über eine AR-Software (augmented reality) simuliert.

Darüber hinaus blieb noch Zeit für ein eigenes Projekt zum Thema Programmieren mit Microcontrollern. Intensiv diskutiert wurden im Rahmen des Mintcamps auch ethische Fragen der Digitalisierung und der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI). „Diese Fragen haben die jungen Leute sehr intensiv und verantwortungsvoll diskutiert,“ betont Alexander Degenkolb, Lehrer am Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium in Siegen, der das Mintcamp bereits zum 9. Mal pädagogisch betreut hat. Sein Fazit: „Hier wächst eine Generation heran, die technisch bereits sehr versiert ist, durchaus aber auch vielseitige Interessen in ganz unterschiedlichen Bereichen hat.“ Das seien keine sozial isolierten Nerds, so Degenkolb.

Info: http://www.begabte-siegen.de/