Stift Keppel begann seine wechselvolle Geschichte im 13. Jahrhundert als Nonnenkloster.

Davon zeugt noch die heutige Stiftskirche. So kam die Frage auf, wie wohl ein Gottesdienst in der mittelalterlichen Stiftskirche abgelaufen ist. Die Fachschaften Kunst, Latein und Musik hatten daher am 18. März zu einer Veranstaltung eingeladen, in der eine Missa medievalis, eine mittelalterliche Messe, simuliert wurde. Es handelte sich also nicht um einen „vollwertigen“ Gottesdienst, denn dafür hätte es eines katholischen Priesters bedurft, der auch die Eucharistie, das Abendmahl, als wesentlichen Bestandteil einer Messe gefeiert hätte. Die drei übrigen Elemente einer Messe – Gebete, Musik und Predigt – fanden indes sehr wohl ihren Platz und zwar dort, wo sie ihn auch im Rahmen der mittelalterlichen Liturgie hatten.

Herr Lösch hatte dafür mit der Männerriege des vokalpraktischen Kurses der Jahrgangsstufe Q1 eigens mittelalterliche Lieder einstudiert, die teilweise in entsprechender Gewandung – hergestellt von Frau Schwarz – vorgetragen wurden. Auch wenn man mit Blick auf Gottesdienste in einer mittelalterlichen Klosterkirche zuvorderst an gregorianische Gesänge denken mag, die a capella vorgetragen wurden, gab es durchaus schon Instrumente: vor allem das Organum, den Vorläufer der Orgel, im Rahmen der Veranstaltung gespielt von Theo Schmidt, oder auch Traversflöten. Aus diesem Grund wurde die Veranstaltung von einem Flötenduo (Frau Kolberg-Böhm und Theo Schmidt) bereichert, das Stücke aus dem 12. und 13. Jahrhundert vortrug.

Die Besucher der Missa medievalis wurden eingeladen, die lateinischen Gebete mitzusprechen und die Lieder mitzusingen. Begleitet wurden sie dabei vom Schulorchester unter Leitung von Herrn Lösch und Herrn Schulz, auch wenn die so zum Einsatz kommenden Instrumente im Mittelalter entweder der weltlichen Musik vorbehalten waren oder noch gar nicht existierten. Da zudem jede Messe einen Zelebranten benötigt, der durch die Liturgie führt und die Predigt hält, übernahm Herr Schäfer in entsprechender Verkleidung – und überaus überzeugend – die Rolle eines mittelalterlichen Bischofs. 

Wer nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte, wird möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt die Gelegenheit haben, sie in ähnlicher Form zu erleben. Die Gewänder werden schließlich für den Fall sorgsam aufbewahrt.