Die nachstehenden "Pädagogischen Leitlinien" sind im Anschluss an den pädagogischen Tag im Januar 2002 von einer Gruppe aus Lehrern, Eltern und Schülern erarbeitet worden. In den schulischen Gremien sind sie – wiederum im Konsens mit allen am Schulleben beteiligten Gruppen – in zwei kleineren Überarbeitungsschritten 2011 und 2014 in die Form gegossen worden, in der sie heute noch Gültigkeit haben.

Wir, Schüler und Lehrer in Stift Keppel, leben, lernen und lehren an einem Ort, der seinen Ursprung vor 800 Jahren als christliches Kloster nahm und zu allen Zeiten zur Auseinandersetzung mit Gegenwart und Zukunft herausgefordert hat. Diese Tradition ermutigt uns, Lehrer, Schüler und Eltern, den unverwechselbaren und hohen Wert eines jeden Menschen zu sehen und zu achten und im schulischen Alltag mit Leben zu erfüllen. Aus christlichem Verständnis begründen wir dies mit der Gottesebenbildlichkeit des Menschen und aus humanistischem Verständnis mit der Autonomie des Menschen, die ihn zur Freiheit und zur Verantwortung gegenüber allen Lebewesen befähigt. Diese Grundlagen vermitteln uns, auch wenn wir an Grenzen stoßen, immer wieder neu Vertrauen, Zuversicht, Hoffnung und den Mut für Visionen.

Konkret bedeutet dies für unser Zusammenleben in der Schule:

Wir wollen einander Gutes zutrauen, weil wir uns dadurch entfalten und entwickeln können. Wir gehen offen und freundlich auf alle am Schulleben beteiligten zu und vertrauen ihnen, so wie sie uns vertrauen können.
Wir wollen verbindlich leben, weil Verlässlichkeit die Gemeinschaft stärkt. Wir halten Absprachen ein und handeln gemeinsam.
Wir wollen auf unser Gewissen hören, weil wir für uns und andere verantwortlich sind. Wir leben als aufmerksame Mitmenschen in der Schule, achten auf Fairness, Gerechtigkeit und Wahrung der Menschenwürde.
Wir wollen uns anstrengen, wollen Begabungen fördern, Leistungen fordern und würdigen, weil Talent auch Verantwortung bedeutet und weil das Bestehen in Herausforderungen das Selbstvertrauen stärkt, Freude schenkt und gesellschaftliche Mitgestaltung ermöglicht. Wir nutzen unsere Begabungen, sind offen für Neues und schätzen die Erfolge anderer wie unsere eigenen.
Wir wollen lernen, produktiv mit Misserfolgen und Niederlagen umzugehen, weil unser Wert sich nicht allein an dem misst, was wir leisten, und weil die Erfahrung von Grenzen die Persönlichkeit wachsen lässt und zur Mitmenschlichkeit befähigt. Wir halten eigene Niederlagen aus und suchen mithilfe anderer nach Auswegen. Wir unterstützen andere, die weniger erfolgreich sind als wir selbst.
Wir wollen Selbstverantwortung einüben und Selbstvertrauen stärken, weil Fremdbestimmung unsere Menschenwürde in Frage stellt und unsere freiheitliche Ordnung gefährdet. Wir denken und handeln im Schulleben mit und übernehmen Aufgaben, um dem Wohl aller zu dienen.
Wir wollen Fremdem gegenüber offen sein, weil wir in der Begegnung mit dem Fremden etwas darüber erfahren, wer wir sind. Wir gehen offen auf Fremde zu und akzeptieren ihr Anderssein im Rahmen von Freiheit und gegenseitiger Toleranz.
Wir wollen die Schöpfung bewahren, weil wir verpflichtet sind, nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu erhalten. Wir schonen die Umwelt, gehen sparsam mit Ressourcen um und tragen aktiv zum Schutz der Natur bei.
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Mit diesen Grundsätzen stellen wir uns unserer Herkunft und Zukunft.

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