In klirrender Kälte und mit eingefrorenen Extremitäten startete die Exkursion der EF nach Köln an einem Freitagmorgen im Februar 2026.

Während Händler noch den örtlichen Supermarkt am Bahnhof belieferten und dabei nur knapp den einen oder anderen Teilnehmer der Exkursion nicht über den Haufen fuhren und damit ein vorzeitiges Ende noch vor dem Besteigen der Bahn der Exkursion herbeizuführten, zitterten die Kurse von Frau Dr. Rieckmann, Herrn Schuppener, Herrn Werner und Herrn Spieß ihre Namen auf die Bahntickets. Dann bestiegen die etwa 65 Teilnehmer den Zug, alleine schon, um der Kälte des Morgens zu entfliehen. Nach einer recht ereignislosen Bahnfahrt gelangte die Gruppe schließlich im wolkenverhangenen Köln an. Im typischen Gewand des mit Dauerbaustellen geplagten Wahrzeichens begrüßte das Erzbistum die Besucher mit nötigen Umwegen um die Domplatte. Während man sich noch anhand des Pflasters der Gassen der noch übriggebliebenen Spuren des vergangenen Rosenmontags vergewissern konnte, verkündete Jenny M. in, von der Kölner Stadtbevölkerung mit Missachtung gestraften, Rufen die Anwesenheit der Keppeller. (Liebe Jenny, in Köln interessiert wahlloses Herumrufen der Lehrernamen einfach niemanden...sorry  ) Der kurze Weg zum Rautenstrauch-Joest-Museum war schnell bewältigt. Das gut gefüllte Museum lockte derzeit mit einer Ausstellung des brasilianischen Foto-Künstlers Sebastião Salgado. Salgado, der mit seiner Frau Lélia gemeinsam Gründer des Instituto Terra ist und leider im Jahr 2025 verstorben war, hatte zu Lebzeiten in den 1970ern damit begonnen, die Welt zu bereisen und dabei in eindrucksvollen Fotografien auf soziologische und ökologische Probleme aufmerksam zu machen. Besonders sein Bildband zum Leid der Menschen in der Sahel-Zone, welchen er mit Ärzte ohne Grenzen erstellte, seine Fotoreportage zu im zweiten Golfkrieg brennenden Ölquellen Kuwaits und seine Naturaufnahmen aus dem Projekt Genesis, mit welchen er die von Menschenhand unberührte Natur des Planeten fotografierte, haben Salgado bekannt gemacht. Die Ausstellung Amazônia, die in Köln zu sehen war, basierte auf Salgados letztem Bildband. Sie zeigte Aufnahmen des südamerikanischen Regenwaldes, der indigenen Bevölkerung und der Schönheit wie auch Verletzlichkeit dieses immer wieder bedrohten Lebensraums. Und dies war dann auch der Grund für die Exkursion, die sich thematisch nicht nur in das Profil Keppels einfügte, sondern auch ethische Themenfelder der Fächer Religion und Philosophie in der Oberstufe abdeckte. Gemeinsam erkundeten die Teilnehmer in Kleingruppen schließlich das Museum und die Ausstellung, wobei sich leider rasch zeigte, dass die veranschlagte Zeit der Fülle der Sehenswürdigkeiten des Museums nicht gerecht werden würden. Ausstellungsstücke zur südamerikanischen Kultur, imposante Speichergebilde aus pazifischen Inselstaaten, Steinreliefs mit Glaubenszeugnissen vergangener Kulturen und diverse Nachbildungen von Abschiedszeremonien und Begräbnisritualen kann man auf verschiedenen Ebenen des Museums begutachten. Ergänzend zeigt das Museum Schnütgen, das mit dem RSJ-Museum kombiniert ist, Kirchenkunst des Mittelalters. Nach dem Besuch des Museums trennten sich Lehrende und Lernende schließlich einvernehmlich, um den jeweiligen Einzelinteressen nachgehen zu können, die die Domstadt sonst noch so zu bieten hatte. Aber wie das für gute Fahrten üblich ist, kann an dieser Stelle über Details im Zusammenhang mit örtlichen Verköstigungsetablissements geschwiegen werden. (Ein Gruß ergeht an dieser Stelle dennoch an die Gruppe, mit der ich das Museum erkunden konnte: Ich hoffe, es hat geschmeckt!) Am Nachmittag ging es dann wieder nach Siegen, wobei an diesem Tag, ausnahmsweise, das Wetter bei der Ankunft auch nicht besser war, als am Exkursionsort - auch das kommt hin und wieder einmal vor.

Medien