Die Patenschaft der Jahrgangsstufe 8 mit dem Naturschutzgebiet Loher Tal in Kredenbach besteht nunmehr schon seit 21 Jahren. Am 30. September 2015 war es einmal wieder soweit. Über 90 Schülerinnen und Schüler aller 4 Klassen der Jahrgangsstufe 8 machten sich früh morgens in Begleitung ihrer Biologielehrer Arnold, Girod und Zeigan sowie Frau Lüpertz (Studentin im Praxissemester) auf den Weg von Stift Keppel nach Kredenbach. Dort wurden sie von Herrn Kamps vom Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein empfangen, der sie über die verschiedenen Biotope im NSG Loher Tal und deren Schutzwürdigkeit unterrichtete. Außerdem wurden sie über die Bedeutung ihres Pflegeeinsatzes informiert.

Die Jahrgangsstufe 8 mit Herrn Kamps bei der Einführung am Beginn des Loher Tals

Im Vorfeld hatte ein „Arbeitskommando“, bestehend aus 4 Schülerinnen und Schülern der Klasse 8 a unter der Leitung von Frau Mahlke (Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein), die Arbeitsgeräte vom Stiftsschuppen ins Loher Tal transportiert. Der Pflegeeinsatz unserer Achtklässler erfolgt in Kooperation mit dem Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein, das für dieses im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen sich befindende Naturschutzgebiet zuständig ist. Herr Vollpracht als zuständiger Förster für den Betriebsbezirk Hofginsberg, wozu auch das Loher Tal gehört, hat forstamtlicherseits den Termin organisiert und auch dafür gesorgt, dass der Pflegetrupp der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein die Mahd der Feuchtwiese mit Balkenmähern durchgeführt hat.

Nach der theoretischen Einführung kamen die Schülerinnen und Schüler zum Arbeitseinsatz in der Feuchtwiese. Die jährliche Mahd der Feuchtwiese ist notwendig, damit die Wiese erhalten bleibt. Ohne Mahd käme es zu einer Sukzession, die mit der Ansiedlung von feuchtigkeitsliebenden Gehölzarten (z.B. Öhrchen-Weide, Schwarz-Erle) beginnt und mit der Entstehung eines Bruchwaldes endet. Das wäre das Aus für die vielen seltenen, auf Feuchtwiesen vorkommenden und lichtbedürftigen Pflanzenarten und der vielen Tierarten, die von Ihnen abhängen. Hier wären z. B. die beiden geschützten Orchideenarten „Breitblättriges Knabenkraut“ und „Geflecktes Knabenkraut“ zu nennen, die in großen Beständen hier vorkommen. Bei den Tierarten sind es vor allem Amphibien wie der Grasfrosch, die Erdkröte, Teich-, Berg- und Fadenmolch, die zudem ganz in der Nähe in den Loher Weihern ihre Laichplätze haben. Unter den Insekten sei hier noch der seltene Sumpf-Grashüpfer anzuführen. Viele weitere, auf Feuchtwiesen angewiesene Pflanzen- und Tierarten besiedeln das Loher Tal.

Abmähen alleine reicht aber nicht aus. Damit im Frühjahr wieder Licht auf den Boden kommt, das die Frühblüher unbedingt benötigen, und zur Verhinderung einer Überdüngung des Bodens muss das Mähgut von der Fläche entfernt werden. Und hier kamen die Paten des Loher Tals zum Einsatz. Das anfallende Heu wurde zu Haufen zusammengerecht, auf Schubkarren verladen und abtransportiert. Der Wettergott meinte es gut mit uns; denn kein Wölkchen trübte den Himmel. Bei sehr frischen Temperaturen war das Arbeiten angenehm und nicht schweißtreibend. Bei über 90 Schülerinnen und Schülern war die Arbeit bald getan und man konnte am späten Vormittag den Heimweg antreten.

Mit Vergnügen wurden die Schubkarren übervoll mit Heu beladen.

Die fleißigen Paten, also unsere Achtklässler, haben durch ihre Arbeit einen großen Beitrag zum Erhalt eines artenreichen Gebietes und somit zum Naturschutz im nördlichen Siegerland beigetragen. Dass sich ein solcher Einsatz lohnt, können sie im nächsten Frühjahr bei einem Spaziergang durch das blühende Loher Tal selbst erleben. Am besten eignen sich die Monate April bis Juni für einen Besuch.

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