Die Klasse 8m mit Herrn Girod auf dem diesjährigen Schlag bei den Schanzen

Am 25. und 26. April 2017 wurde für die Klassen 8m und 8b der Biologieraum gegen einen Besuch des Haubergsmuseums in Fellinghausen getauscht. Bereits am Dienstag lernte die Klasse 8m unter Führung von Herrn Girod den Historischen Hauberg unter wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten kennen. Es folgte am Mittwoch die Klasse 8b mit Frau Röder.



Im von der Waldgenossenschaft Fellinghausen betreuten Haubergsmuseum wird die traditionelle Siegerländer Haubergswirtschaft lebendig erhalten. Die Gesamtgröße des Historischen Haubergs beträgt 21,6 Hektar. Der Hauberg ist in 20 Schläge eingeteilt, von denen jeweils einer mit einer durchschnittlichen Fläche von 1,1 Hektar (= 11000 m²) in einem Jahr abgeholzt wird, so dass nach 20 Jahren der erste Schlag wieder an die Reihe kommt.


Karte des Fellinghäuser Haubergs (rot umrandet der diesjährige Schlag)

Frau Röder und Herr Girod erläuterten den Schülerinnen und Schülern die vielfältigen Nutzungen des Haubergs. Das Stammholz der Birken und Eichen wurde zur Herstellung von Holzkohle verwendet, die in Meilern erzeugt wurde. Hierzu gab es den Berufsstand des Köhlers. Die Holzkohle wurde für die Eisengewinnung aus Erzen benötigt. Am Meilerplatz, wo die Waldgenossenschaft Fellinghausen im Juni einen Kohlenmeiler betreibt, konnten sich die Schülerinnen und Schüler über die Arbeit des Köhlers und seine Unterkunft während des Meilerbetriebs informieren und ein Stück Holzkohle als Exponat für ihre ökologische Facharbeit mitnehmen.


Informationstafel über die Holzkohlerzeugung

Am Meilerplatz

„Köhler“ Jonas Bender vor „seiner“ Hütte.

Die Gewinnung der Lohe, der Eichenrinde, zum Gerben von Tierhäuten sowie die Schanzen (Reisigbündel) für den Betrieb der Backöfen in den Backesern (Dorfgemeinschaftsbackhäusern) wurden genauso thematisiert wie die landwirtschaftlichen Zwischennutzungen der Haubergsflächen in ihrer zeitlichen Abfolge.

Dadurch dass in direkter Nachbarschaft Flächen mit Wiesen-/Feldcharakter, Gebüsch-/Heckencharakter und Waldcharakter vorhanden sind, bieten die Hauberge viel mehr Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum als es in den monotonen Fichtenforsten der Fall ist. Eine Reihe von Vogelarten wie Fitis, Zilpzalp, Mönchs-Grasmücke und Rotkehlchen, die auf Gebüsch reiche Strukturen angewiesen sind, konnten während der Exkursion entdeckt werden. Auch wurden für Hauberge typische Pflanzenarten (z.B. Salbei-Gamander, Heidelbeere und eine Reihe von Begleitgehölzen) gefunden. Wegen der in diesem Jahr vorherrschenden kühlen Temperaturen fanden sich leider kaum Insekten und auch keine Berg-Eidechsen, für die der lichte Niederwald ideale Bedingungen liefert.

Insgesamt gesehen konnten die Schülerinnen und Schüler vor Ort durch eigene Anschauung vieles erfahren, was auch der Ausarbeitung ihrer speziell auf die Exkursion zugeschnittenen Arbeitsblätter zugutekommt.

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